
Der Altort Kesten liegt in einer Mulde innerhalb der Kreisstraßen 53 und 134. Schon bei kleinen Hochwassern hat die Überflutung vieler Häuser immer wieder zu erheblichen Schäden geführt. Der Bau der Hochwasserschutzmaßnahme Kesten wird zukünftig die Ortslage gegen ein circa 15-jährliches Hochwasserereignis schützen“, betonte Umweltministerin Margit Conrad bei der offiziellen Einweihung der Hochwasserschutzanlage Kesten an der Mosel.
Der im Januar 2009 begonnene Bau der Hochwasserschutzanlage Kesten kann bereits nach einer Bauzeit von knapp 1,5 Jahren an die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues übergeben werden. Im Rahmen der Planung wurde ein Gesamtkonzept für einen wirkungsvollen Hochwasserschutz erstellt: Die insgesamt 1.100 Meter lange und bis zu 3,20 Meter hohe Hochwasserschutzanlage setzt sich aus Deichen und Mauern mit aufgesetzten mobilen Hochwasserschutzelementen zusammen. Die Untergrundabdichtung in der gesamten Hochwasserschutztrasse erfolgt mittels einer Spundwand. Für die Entwässerung der Ortslage Kesten gibt es für den Hochwasserfall ein zentrales Pumpwerk. Die Gesamtkosten der Hochwasserschutzanlage betragen rund 17,5 Millionen Euro. 90 Prozent der Kosten trägt das Land.
Umweltministerin Conrad: „Die Hochwasserschutzmaßnahme Kesten ist eine Investition, die größere Sicherheit für die Bevölkerung schafft und damit die Lebensqualität der Kestener verbessert. Sie eröffnet Perspektiven für eine attraktive, städtebauliche Entwicklung der Gemeinde. Auch die Veränderungen durch den Klimawandel wie die steigende Gefahr von Starkregenereignissen erfordern den konsequenten Ausbau des Hochwasserschutzes. Der Bau der Hochwasserschutzmaßnahme Kesten ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzepts des Landes.“
Das rheinland-pfälzische Hochwasserschutzkonzept wird von drei Säulen getragen: Förderung des natürlichen Wasserrückhalts in der Fläche, technischer Hochwasserschutz durch Deiche, Rückhalteräume und örtliche Hochwasserschutzanlagen sowie konsequente Hochwasservorsorge, vor allem Stärkung der Eigenvorsorge.
In das Hochwasserschutzkonzept des Landes sind seit Anfang der 1990er Jahre mehr als 660 Millionen Euro investiert worden, vor allem für sichere Deiche, Rückhalteräume und örtliche Hochwasserschutzmaßnahmen. Für die Zukunft sind weitere Investitionen von über 500 Millionen Euro geplant.
An Mittelrhein und Mosel lassen sich weder durch Deiche noch durch großzügige Retentionsmaßnahmen Hochwasser vermeiden oder vermindern. Örtlich angepasste Hochwasserschutzprojekte tragen wesentlich zur Entlastung von vielen tausend Menschen bei. Zwischen 1991 und 2008 wurden 33 Projekte mit Gesamtkosten von rund 130 Millionen Euro fertig gestellt. Bereits realisiert sind die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Mosel Zell, Klüsserath, Nittel, Trier-Pfalzel, Briedel, Alf, Lieser, Oberbillig, Traben-Trarbach. Insgesamt wurden bisher in der Moselregion über 70 Millionen Euro investiert. Mit der Hochwasserschutzmaßnahme Kesten ist nunmehr die 10. Maßnahme an der Mosel abgeschlossen. Weitere Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro sind für die nächsten Jahre eingeplant.
Umweltministerin Conrad hebt hervor: „Mit Hochwasser müssen wir bei allen Investitionen dennoch rechnen. Es wird immer ein Restrisiko verbleiben, dem sich auch die Bürgerinnen und Bürger von Kesten auf Dauer stellen müssen“.
Diese Gefahren gilt es durch Stärkung der Hochwasservorsorge und Eigenvorsorge zu minimieren. Mit den Hochwassergefahrenkarten im Gefahrenatlas Mosel stehen auch den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern Informationen zur Verfügung. Der Gefahrenatlas ist seit November 2002 auch im Internet www.gefahrenatlas-mosel.de veröffentlicht und für jedermann einsehbar.
