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23.08.2010 | Gebäudesanierung

Ministerin Conrad kritisiert Streichung von KfW-Förderung: „Verlierer sind Hausbesitzer, Handwerksbetriebe und der Klimaschutz“

Das geplante Aus für zahlreiche Förderungen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die energiesparende Sanierung von Wohngebäuden kritisiert die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad scharf: „Die Bundesregierung setzt ihre Politik contra Energieeinsparung und erneuerbaren Energien mit allen negativen Folgen fort.

Dass jetzt auch noch die Fördermittel für sanierungswillige Hauseigentümer zusammengestrichen werden, ist eine Bankrotterklärung für den Klimaschutz, denn in den Gebäuden lässt sich die meiste Energie sparen. Das Nachsehen haben außerdem das Handwerk und alle Wohnungs- sowie Hauseigentümer, die sich zum Beispiel eine Dämmung nicht mehr leisten können und so weiterhin hohe Energierechnungen zahlen müssen. Die Konzentration der Bundesregierung auf die Förderung  teurer Komplettsanierungen verkennt die wirtschaftliche Lage vieler Haushalte, denen eine derartige Sanierung zu riskant ist oder die von Ihrer Bank erst gar keinen Kredit erhalten.“
Verlierer seien auch die vielen Handwerksbetriebe, die mit der energiesparenden Sanierung Beschäftigung sichern und ausbauen konnten.

In den Gebäuden können 50 bis 90 Prozent Energie eingespart werden, wenn intelligent saniert wird. 41 Prozent der verbrauchten Energie (Energieendverbrauch) geht in Rheinland-Pfalz an Haushalte und kleine Verbraucher; 90 Prozent davon werden für Heizung und Warmwasser gebraucht. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass zum Beispiel der Jahresheizwärmebedarf bei einem freistehenden Einfamilienhaus, das bis 1948 gebaut wurde, bei durchschnittlich 255 kWh pro Quadratmeter und Jahr liegt. Im Vergleich hierzu verbrauchen moderne Niedrigenergiehäuser weniger als ein Fünftel dieser Heizenergie.
Ab dem 1. September entfällt die Förderung von Einzelmaßnahmen im Programm „Energieeffizient sanieren“ der KfW. Dieser Programmteil war unter anderem auf Initiative von Rheinland-Pfalz aufgenommen worden, weil viele Haushalte nicht in der Lage sind, eine Komplettsanierung anzugehen. Haussanierer konnten hier bisher Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite beispielsweise für die Erneuerung von Fenstern oder Dachsanierungen erhalten. Ebenfalls gestrichen werden die Förderung des Austausches von Nachtstromspeicherheizungen und die Zuschüsse zur Optimierung der Wärmeverteilung beispielsweise durch den Einbau von Hocheffizenz-Heizungspumpen. Aus dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ wurden 2009 in Rheinland-Pfalz für über 6000 Wohnungen Kredite für Einzelmaßnahmen in Höhe von 91 Millionen Euro bewilligt, zusätzlich flossen für 11.683 Wohnungen Zuschüsse in Höhe von 4 Millionen Euro ins Land.

Das Umweltministeriums Rheinland-Pfalz hat ein 10-Millionen-Euro-Förderprogramm aufgelegt, das Bauherren und Hauseigentümer in Rheinland-Pfalz unterstützt, anspruchsvolle Energiestandards in Neubau und Gebäudebestand umzusetzen und sich so dauerhaft von steigenden Energiepreisen unabhängiger zu machen. Gefördert wird die Kombination von hocheffizientem Wärmestandard mit dem Einsatz erneuerbarer Energien.

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