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06.12.2010 | Energieeffizienz

Umweltministerin Margit Conrad: „Energieeffizienz im Krankenhaus hilft Klima und spart Kosten“

14  Kliniken aus Rheinland-Pfalz nahmen über ein Jahr regelmäßig am „Energieeffi-zienztisch für Krankenhäuser“, begründet vom Umweltministerium, teil. Zum Abschluss des landesweiten Pilotprojektes steht fest: Es gibt in Krankenhäusern vielfältige Einspar- und Effizienzpotenziale zu entdecken. Der Erfahrungsaustausch der Häuser untereinander vereinfacht die Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten erheblich.

Umweltministerin Margit Conrad zog heute eine erste Bilanz und sagte: „Krankenhäuser gehören zu den Einrichtungen mit hohem Energiebedarf, Wärme und Strom kosten pro Krankenhausbett über 3.300 Euro jährlich. In deutschen Krankenhäusern werden jährlich ca. 12,5 Millionen MWh an Wärme und ca. 3,9 Millionen MWh an Strom verbraucht – das verursacht Kosten von ca. 1,7 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Kostensenkung im  Gesundheitswesen ist ein Aspekt des Projektes, Klimaschutz ein zweiter. Es galt intelligente, maßgeschneiderte Lösungen zu finden, um Energieverbräuche ohne Leistungseinbußen zu mindern. Am Energieeffizienztisch hat sich gezeigt, dass es möglich ist, die Budgets von steigenden Energiekosten zu entlasten. Das Ergebnis ist überzeugend, so dass weitere Kliniken einbezogen werden sollen.“

Die Betreuung und Beratung wurde vom Umweltministerium mit insgesamt 50.000 Euro unterstützt; die Krankenhäuser selbst investierten nochmals dieselbe Summe.
Das Umweltministerium hatte die beteiligten Kliniken in öffentlicher oder privater Trägerschaft (Anhang) eingeladen und über Beratungsbüro mit angeschlossenem Exper-tennetzwerk 8 moderierte Workshops zu Energiethemen z.B. Gebäudesanierung oder Blockheizkraftwerke angeboten. Zum Programm gehörten auch Beratungstermine vor Ort für jede Klinik. Ein Arbeitsschwerpunkt galt der Verringerung des Stromverbrauchs: zum Beispiel Beleuchtungssysteme, aber auch Möglichkeiten sparsamer EDV-Technik wurden untersucht. Bei den Heizsystemen erwies sich etwa die Erzeu-gung von Wärme und Strom durch ein Blockheizkraftwerk als vorteilhaft. Neben den betrieblichen Abläufen wurde auch die Arbeitsorganisation analysiert. Als sehr nützlich zeigte sich auch die Erstellung von Stromlastprofilen und Mitarbeiterinformationen zur Veränderung des Nutzerverhaltens im Krankenhaus. Am Ende standen für alle Häuser eine Energieanalyse sowie ein abgestimmtes Maßnahmenprogramm mit Kostenplan und Amortisationszeiten zur Verfügung.

Conrad: „Die Gesamtbilanz ist im Hinblick auf Kosteneinsparung und auf Umweltschutz beeindruckend. Insgesamt haben die Teilnehmer am Energieeffizienztisch über 240 Vorschläge erarbeitet, teilweise umgesetzt oder zumindest mit der Umsetzung begonnen. Einige Maßnahmen brauchen nur geringe Investitionen, andere amortisieren sich längstens nach 5 bis 6 Jahren.“

Das Projekt zeigt: Würden alle Maßnahmen umgesetzt, so könnten in einem ersten Schritt die 14 beteiligten Krankenhäuser zusammen pro Jahr über 730.000 Euro einsparen bei einer Investitionssumme von rund 4,3 Millionen Euro. Der jährliche Energieverbrauch würde sich dabei um mehr als 2,9 Millionen Kilowattstunden und die CO2-Einsparung um 1.100 Tonnen verringern. Allein der Stromverbrauch könnte um gut 1,5 Millionen Kilowattstunden reduziert werden – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von mehr als 400 Haushalten.

Das bestehende Energieeffizienz-Netzwerk soll fortgeführt werden und eine zweite Runde am Energieeffizienztisch starten.

Anhang:
Teilnehmer am Energieeffizienztisch


14 Krankenhäuser


Barmherzige Brüder Saffig, Saffig

Stadtklinik Frankenthal

St. Elisabeth Krankenhaus Gerolstein

Klinikum der Stadt Ludwigshafen gGmbH

St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer

St. Josef-Krankenhaus Zell/Mosel

Herz-Jesu-Krankenhaus Dernbach/Westerwald

Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen – St. Elisabeth Krankenhaus Mayen

Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen – Kemperhof Koblenz

Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer gGmbH

Heilig-Geist-Hospital Bingen

Marienhausklinik Bitburg

Reha-Klinik Rheingrafenstein

Rheinhessen-Fachklinik Alzey

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