
„Teuer für die Wirtschaft und für die Verbraucher“ wird die Energieversorgung, wenn die Bundesregierung ihre Pläne für ein Energiekonzept mit Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verwirklicht, betont Ministerin Conrad vor dem für Sonntag angekündigten Koalitionsgipfel, bei dem die Kanzlerin über die Laufzeitverlängerung für Atomkraft entscheiden will.
„Fehlender Wettbewerb ist immer teuer für Verbraucher und Industrie“, sagt Conrad. „Mit der Laufzeitverlängerung wird die Marktmacht der vier großen Energiekonzerne zementiert. Bereits bisher wurden günstige Stromgestehungskosten nicht an Endkunden weitergegeben.“ Viele Analysen, unter anderem das Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen bescheinigten, dass je nach Entwicklung der Brennstoff- und CO2-Kosten die Stromerzeugung aus Erneuerbare Energien ab 2030 bis 2040 billiger sein werde als die Kosten der herkömmlichen Erzeugung. Kritiker verkennten, dass schon heute Energie aus Sonne oder Wind dämpfend auf die Strompreise wirkten. 2008 wurde der Börsenstrompreis um ca. 3,5 bis 4 Milliarden Euro entlastet. Der Effekt werde sich mit Zuwachs an Erneuerbaren Energien noch deutlich verstärken.
Conrad: „Wir brauchen keine Laufzeitverlängerungen, sondern das Gegenteil: Atomausstieg bis 2022 und eine dynamische Weiterentwicklung bei Energieeffizienz, bei Erneuerbaren Energien und hocheffizienter Kraftwerkstechnologie.“ Die Antwort auf die Energiefrage heiße Wachstum und Arbeitsplätze auf den Innovationsmärkten des „Green Tech“ und Exportstärke. „Atomkraft ist Risikotechnologie der Vergangenheit. Von ihr gehen weder Innovations- noch Beschäftigungsimpulse aus“, so Conrad. Dagegen verzeichneten die Erneuerbare Energien ein enormes Beschäftigungswachstum mit 150.000 Arbeitsplätzen allein in den letzten 5 Jahren
Conrad: „Das Gutachten für die Bundesregierung belegt im übrigen, dass bei den Szenarien mit Laufzeitverlängerungen lediglich ,leicht positive gesamtwirtschaftliche Effekte´zu erreichen sind. Bei näherem Hinschauen stammen diese Effekte jedoch nicht aus den Laufzeitverlängerungen, sondern überwiegend aus Maßnahmen wie umfassendere Energieeinsparung, Gebäudesanierung, Energieeffizienz oder dem Ausbau der Erneuerbaren Energien – und im Wesentlichen erst ab 2030. Warum diesen Effekt nicht schon jetzt nutzen? – Im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandortes!“
